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Archiv - Februar 2006

 
Montag 20.02.06, 17:23 Uhr
Ruhrnachrichten vom 20.02.2006

Vermischtes Befruchten beim Forum

Langendreer - “Bewegung Macht Widerstand”, so das Motto des dritten Bochumer Sozialforums, dass am Wochenende im Bahnhof Langendreer tagte. Ob viel bewegt werden wird und wie der Widerstand aussehen wird, steht aber noch nicht so ganz fest.
Ein voller Erfolg war das Sozialforum trotzdem, denn erreicht wurde, was erreicht werden sollte ” die Annäherung sozialer Gruppen, Bewegungen und Initiativen.
Ein wenig schleppend fing das Forum am Freitag mit dem Vortrag von Dr. Ulrich Brandt zwar an, hatte man doch mehr Besucher erwartet, aber der Samstag entschädigte alle. Mit zwei Neuerungen kam das Forum in daher und war damit erfolgreich. Obwohl ” bei der neuen “Versammlung sozialer Bewegungen” am Samstagabend war ein wenig die Luft raus. Das hatte aber einen guten Grund.
In den nachmittäglichen Workshops wurde sich so angeregt ausgetauscht, dass man irgendwann schwächeln musste. Ein bunter Strauß vieler Themen wurde in den Gesprächsrunden angeboten. Seien es etwa Elitebildung, flexible Bedarfsgemeinschaften oder Konzeptionen und Entwürfe eines garantierten Grundeikommens ” Vielfalt stand auf der Tagesordnung.
Und was während der “Versammlung sozialer Bewegungen” stattfinden sollte, geschah schon vorher. Keineswegs saßen die einzelnen Gruppierungen isoliert in den Workshops. Sie vermischten sich um sich zu befruchten. Das zweite Novum des Forums kam ebenso gut an wie die Workshops. Nach getaner Arbeit lockte ein großes kommunikatives Essen.
Fazit von Forums-Mitorganisator Ralf Bindel: “Es war bunt, schön und pluralistisch”. Konkrete Ergebnisse gab es zwar nicht, aber die Vernetzung wurde erreicht. Fleißig wurden Nummern ausgetauscht und lassen auf Zusammenarbeit hoffen. - sr

Freitag 10.02.06, 10:00 Uhr

Soziale Bewegung trifft sich zum dritten Bochumer Sozialforum

Bewegung Macht Widerstand, am 17./18.2.2006 in Bochum

Unter dem beziehungsreichen Motto “Bewegung Macht Widerstand” veranstaltet das Sozialforum Bochum am 17./18. Februar 2006 im Bahnhof Langendreer seinen dritten großen Kongress. Mehr als 40 soziale und politisch bewegte Initiativen und Einzelpersonen rufen mit zum Forum auf, viele von ihnen sind auch an der Organisation des Forums beteiligt. “Damit wird schon im Vorfeld ein starkes Signal in der Öffentlichkeit und untereinander gesetzt”, sagt Cetin Sumer vom Bochumer Sozialforum. “Wir möchten alle Menschen und Initiativen einladen, sich am Forum, an den Diskussionen und Workshops und an der anschließenden ‘Versammlung der Sozialen Bewegungen’ zu beteiligen und einzubringen.”

Nach dem Muster der seit 2001 welt- und europaweit veranstalteten Sozialforen entstanden in der Folge viele lokale Sozialforen, die sich der “Charta der Prinzipien” des Weltsozialforums von Porto Alegre anschlossen. So startete 2003 auch das Bochumer Sozialforum mit seinem Gründungskongress. Durch monatliche Plena und zahlreiche Bildungs- und Protestveranstaltungen wurde Kontinuität erreicht, die 2004 in den zweiten Kongress unter dem Motto “Alternativen” mündete. “Wir wollen die vielen unterschiedlichen Initiativen nicht ersetzen oder vereinheitlichen”, erläutert Sumer die Arbeit des Sozialforums, “sondern ein gemeinsames und solidarisches Netzwerk vieler außerparlamentarischer, überparteilicher Organisationen stützen, das den Widerstand gegen Sozialabbau schärft. Gleichzeitig wollen wir den Alternativen zur herrschenden Ergebenheit in die Verhältnisse mehr Gehör verschaffen.”

Nach Meinung der Sozialforumsaktiven hat sich die Lage der Menschen nach den Regierungswechseln in Bund und Land weiter verschlechtert. “Wir erleben täglich neue Angriffe auf ArbeitnehmerInnen, Auszubildende, Studierende und Erwerbslose”, sagt Sumer. “Die Sozialforumsbewegung ist für uns ein erster Schritt in die Richtung einer selbstorganisierten, nicht auf Konkurrenz, sondern auf Solidarität begründeten Gesellschaft. Mit dem Dritten Bochumer Sozialforum wollen wir zurückblicken, reflektieren und die Initiative wiedergewinnen.”

Das Forum beginnt am Freitagabend mit einem Vortrag von Ulrich Brand zu erfolgreichen Gegenstrategien und setzt sich am Samstagmorgen ab 11 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zu den Perspektiven des Widerstands fort. Nach den Impulsen des Podiums zu Abwehrkämpfen im Betriebsalltag (Opel, Lidl) und von Flüchtlingen werden in acht Workshops unterschiedliche Themen wie Grundeinkommen, Geschlechterverhältnissse, Wohnsituationen, Gewerkschaftsarbeit, Gleiche Rechte, Bildung und Sicherheit behandelt (siehe beiliegendes Programm). Ab 18 Uhr wollen Menschen und Initiativen in der “Versammlung Sozialer Bewegungen” ihre Ideen diskutieren. Schließlich sind alle zu einem großen “kommunikativen Essen” eingeladen, wobei das Sozialforum von der Initiative “food-not-bombs” unterstützt wird.

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Anhang:
Aufruf zum dritten Bochumer Sozialforum
Programm drittes Bochumer Sozialforum
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Ralf Bindel, ralf@macnews.de - Fon: ++49 (0)234 97 99 513
Am Varenholt 123, D-44797 Bochum - Fax: ++49 (0)234 97 99 514