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Dienstag 29.05.07, 10:48 Uhr

Wolfgang Lieb: »Freiheit für die Gefangenen von Heiligendamm«

[www.nachdenkseiten.de] »Werden die im Hochsicherheitstrakt an der Mecklenburger Bucht eingeschlossenen acht Personen jemals wieder in eine freie und offene Gesellschaft entlassen und integriert werden können oder muss sich künftig umgekehrt die ganze Bevölkerung an deren Sicherungs- und Sicherheitsanforderungen anpassen?«, fragt Wolfgang Lieb und weiter:
»Es gibt wohl Anfang Juni auf der ganzen Welt kein besser gesichertes Gefängnis, als das in Heiligendamm. So wurden in Deutschland nicht einmal die RAF-Terroristen isoliert und abgeriegelt und das Straflager Guantanámo ist dagegen allenfalls eine Voliere. Auch jeder historische Vergleiche wird in den Schatten gestellt: Jede Raubritterburg mit Bergfried, meterdicken Mauern und Wassergraben ist im Vergleich zu Heiligendamm allenfalls eine Sandburg auf einem Kinderspielplatz.
Nicht die geringste Chance also, dass die acht eingeschlossenen Personen mit irgendeinem normalen Bürger oder einer gewöhnlichen Bürgerin von außerhalb in Kontakt kommen könnten.
Wo bleibt da eigentlich der Resozialisierungsgedanke für die so Gefangenen? Wie sollte den so von der Außenwelt weggeschlossenen acht Personen jemals wieder ein alltägliches Zusammenleben mit den Bürgerinnen und Bürgern möglich werden, vor denen sie derart abgeriegelt sind? Wie sollte den völlig Isolierten wieder eine Integration in eine demokratische und offene Gesellschaft gelingen?
Ich fürchte, so wie sich die Hysterie der Bewacher gesteigert hat, wäre eine Wiedereingliederung der acht in Heiligendamm eingesperrten Personen in die Gesellschaft nur noch umgekehrt denkbar, nämlich indem sich die Bevölkerung deren Sicherungs- und Bewachungsbedarf anpasst.
Überwachungs- und Schnüffelstaat für 80 Millionen, damit acht Personen gesichert werden können?
Dann doch lieber Freiheit für die acht Gefangenen von Heiligendamm.
Aber verlangte das nicht wenigstens Reue?« Artikel lesen bei www.nachdenken.de