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Dienstag 21.08.07, 11:54 Uhr:
Privatisierung gefährdet Demokratie
Der Neoliberalismus will alles privatisieren, egal ob Bildungsinstitutionen, Stadtwerke oder Gefängnisse. Ein Gespräch dazu mit dem Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge

[[1] telepolis] »Der Neoliberalismus gefährdet die Demokratie und das Gemeinwesen, sagt Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln. Der 56-Jährige ist Mitautor des Mitte August erscheinenden Buches “[2] Kritik des Neoliberalismus“, in dem Butterwegge zusammen mit einer Sozialwissenschaftlerin und einem Ökonomen Grundlagen, Theorien und geschichtliche Hintergründe des “Marktradikalismus” analysiert. Dabei werden auch unterschiedliche Denkschulen und die Widersprüche einer Wirtschaftsform der “Umverteilung von unten nach oben” dargestellt. Neoliberalismus will den starken Staat und investiert statt in die Sozialleitungen in den Sicherheitspapparat.« [3] Telepolis sprach mit Butterwegge.

Christoph Butterwegge: »In politischen Sonntagspredigten raten seine Vertreter den Menschen, mehr für ihre Bildung und Ausbildung zu tun, aber im politischen Alltagsgeschäft sorgen sie dafür, dass der Geldbeutel über den Bildungsstand entscheidet. Bildung wird zur Ware gemacht und gleichzeitig als Wunderwaffe im Kampf gegen die Armut gepriesen. Man kann aber nicht Bildungs- als Sozialpolitik interpretieren und andererseits von der Schule über den Weiterbildungssektor bis zur Hochschule alle Institutionen dieses Bereichs privatisieren, ohne unglaubwürdig zu wirken. Denn das heißt letztlich, sie für Wohlhabende und die Kinder besser situierter Familien zu reservieren. Je weniger die öffentliche Hand aufgrund einer falschen Steuerpolitik in der Lage ist, die materielle Unterversorgung von Familien zu kompensieren, umso mehr Kinder leiden unter Bildungsarmut. Ausgerechnet die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, die Kinder, liefert der Neoliberalismus damit endgültig dem Markt aus.«

Christoph Butterwegge/Bettina Lösch/Ralf Ptak: [2] Kritik des Neoliberalismus. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. 298 Seiten, 12,90 Euro.


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[1] telepolis: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25912/1.html
[2] Kritik des Neoliberalismus: http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/sid=120621555646ca9625087ae430463941/s
ite=w/book_id=9935

[3] Telepolis sprach mit Butterwegge: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25912/1.html
[4] Kritik des Neoliberalismus: http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/sid=120621555646ca9625087ae430463941/s
ite=w/book_id=9935

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