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Donnerstag 03.04.08, 11:00 Uhr
Aufruf

Sozialticket für Bochum

Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, wächst seit Jahren die Zahl der von Armut betroffenen Menschen auch in unserer Stadt. Allein die ARGE Bochum bilanziert, dass im Jahr 2007 rund 38.600 Menschen auf ihre Leistungen angewiesen waren. Hinzu kommen Tausende weitere von Armut betroffene, die z. B. eine niedrige Rente empfangen, einen Lohn bekommen, der kaum zum Leben reicht oder die auf Unterstützung als Asylsuchende angewiesen sind. Eine menschenwürdige Teilhabe an unserer Gesellschaft wird ihnen verweigert, obwohl dies zumindest in Teilbereichen oft mit relativ geringem Aufwand möglich wäre. Ein Beispiel hierfür ist der Ausschluss von den Möglichkeiten der Mobilität, die unsere Gesellschaft bereit hält.

Mobilität wird zum Luxus
Für den öffentlichen Nahverkehr sind im Regelsatz für Menschen, die “Hartz IV” empfangen, weniger als 12 Euro vorgesehen. Ein 4er-Ticket der Preisstufe A (also zwei Hin-und Rückfahrten) kostet 7,40 Euro. Die preiswerteste Monatskarte (Ticket 1000, Preisstufe A, ab 9.00 Uhr) kostet bereits 39,20 Euro. Mobilität wird für Arme damit zum Luxus.

Mobilität ist eine entscheidende Bedingung, um am sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben.
Die Möglichkeit, Busse und Bahnen zu nutzen, ist Voraussetzung, um soziale Kontakte aufrecht zu halten. Selbst Suppenküchen oder Kleiderkammern sind häufig nur über lange Anfahrtswege erreichbar. Mobilität ist wichtig beim Finden eines Arbeitsplatzes oder um preisgünstig einzukaufen.
Als der Sozialstaat noch als Errungenschaft galt und nicht als Belastung diffamiert wurde, war es selbstverständlich, dass für Behinderte und auch ihre Begleitungen ein Nulltarif im Nahverkehr eingeführt wurde. Das gilt zum Teil noch heute. Auch für Familien, die drei oder mehr Kinder haben, gibt es ab dem dritten Kind das „Schoko-Ticket“ zum Null-Tarif. Dieser Nulltarif muss ausgeweitet werden. Eine soziale Gesellschaft sollte niemanden von Mobilität ausschließen. Die Möglichkeiten dazu, der ÖPNV, werden ohnehin bereit gehalten.

Berlin hat´s, Köln hat´s, Dortmund hat´s…
Andere Städte, wie z.B. Dortmund, haben wenigstens ein Sozialticket eingeführt, das 15 Euro im Monat kostet und für arme Menschen damit kein unerschwinglicher Luxus mehr ist. Das Beispiel in Dortmund zeigt, dass eine solche Lösung auch im VRR möglich ist.

…und wir wollen es endlich auch in Bochum!
Wir fordern für Bochum kurzfristig ein Sozialticket für alle, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Wir hoffen, dass diesem Beispiel andere Städte folgen und ein Sozialticket im gesamten VRR eingeführt wird. Dies sollte rechtzeitig umgesetzt werden, damit die Kulturhauptstadt Europas auch eine soziale Komponente bekommt.

Aufruf mit Unterschriftenliste als PDF-Datei.

Folgende Personen, Gruppen und Organisationen unterstützen die Forderung nach einem Sozialticket für Bochum:

UnterstützerInnen des
Aufrufes “Sozialticket für Bochum”

(Stand 6.2.2009, 12:30 Uhr):

  • alternative liste an der Ruhr-Uni
  • Arbeitskreis Erwerbslose in der IG Metall Bochum
  • Arbeitsloseninitiative Werkschlag
  • AStA der Ruhr Universität Bochum
  • attac Bochum
  • attac campus Bochum
  • ausZeiten - Bildung, Information, Forschung und Kommunikation für Frauen
  • Bahnhof Langendreer
  • Beirat der Bochum-Agenda 21
  • Beratungsstelle für Arbeitslose Bochum
  • Beratungsstelle für Frauen und Mädchen Nora e.V.
  • Betriebsrat Wi-Med Reinigung GmbH und Hauswirtschaft GmbH
  • Bochumer Friedensplenum
  • Bochumer Sozialberatung
  • Bochumer Sozialforum
  • Bochumer Suppenküche e.V.
  • BODO e.V.
  • Bündnis90 / Die Grünen Kreisverband Bochum Wattenscheid
  • Bündnis90 / Die Grünen Ortsverband Wattenscheid
  • DIDF – Bochum (Internationaler Kulturverein e.V.)
  • DIE LINKE Bochum
  • DIE LINKE. im Rat der Stadt Bochum
  • DGB Kreisvorstand Bochum
  • DGB Region Ruhr Mark
  • DKP - Bochum
  • Erwerbslosenausschuss ver.di Bezirk Bochum-Herne
  • Erwerbslosenausschuss ver.di Bezirk Emscher Lippe Süd
  • Frauen für den Frieden Bochum
  • FrauenGesundheitsZentrum
  • Freie Uni Bochum
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bochum
  • G-8-Plenum Bochum
  • Hartz IV Selbsthilfegruppe im Industrie- und Sozialpfarramt Gelsenkirchen
  • IG Metall Bochum
  • Jungsozialisten Bochum
  • JungdemokratInnen/Junge Linke Bochum
  • Kinder- & Familientheater Traumbaum
  • Kinder- und Jugendring Bochum e.V.
  • LabourNet Germany
  • linksjugend-[’solid] Bochum
  • Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum
  • Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e. V.
  • MLPD Kreis Bochum
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband, Kreisgruppe Bochum
  • Redaktion www.bo-alternativ.de
  • SDAJ Bochum
  • Soziale Liste Bochum
  • Soziales Zentrum Bochum
  • Sozialverband VdK - Kreisverband Mittleres Ruhrgebiet
  • Unabhängige Sozialberatung Bochum
  • Verein für psychosoziale Betreuung Bochum e.V.
  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Bochum
  • Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Bochum & Gelsenkirchen e.V.
  • Weglaufhaus Initiative Ruhrgebiet e.V.
  • Klaus Amoneit, Progressiver Eltern- und Erzieherverband (PEV)
  • Sevim Dagdelen, MdB DIE LINKE.
  • Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender Opel-Werke Bochum
  • Jürgen Klute, Pfarrer und Bundesvorstand DIE LINKE
  • Rudolf Malzahn, SPD-Ortsverein BO-Hamme
  • Fred Sobiech, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Bochum
  • Michael Wenzel, Vorsitzender des Beirates Bochum-Agenda 21