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Mittwoch 14.01.09, 09:24 Uhr
Donnerstag, 15. Januar 2009 um 19:00 Uhr
Mieterforum Ruhr:

St. Petersburg, der Kampf um die Stadt

Das Mieterforum Ruhr lädt am Donnerstag, 15.1. um 19 Uhr in das neue Soziale Zentrum Bochum (Josephstr.2) ein. Die Stadtaktivistin und Soziologin Vesna Tomse berichtet über wohnungpolitishe Konflikte in St. Petersburg – der Kampf um die St. Peterburg.

Seit fünf Jahren kämpfen auch in St. Petersburg, dem „Venedig des Nordens“, Stadtteilinitiativen und HäuserkämpferInnen um „ihre Stadt“ – das riesige barocke Stadtzentrum, das von der UNESCO 1991 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ist in den letzten Jahren den heftigen Angriffen von Investoren und Baufirmen ausgesetzt. Unter den wohlwollenden Augen der Stadtregierung verschwinden Kulturdenkmäler und entstehen Luxuswohnungen und Megaprojekte.

Was in Moskau keine besonderen Reaktionen hervorgerufen hat, mobilisiert in St.Petersburg eine Vielzahl von Initiativen: Keine Woche vergeht ohne Aktionen, Demonstrationen, Petitionen oder Ausstellungen. Mit ihrem Einsatz setzen sich die AktivistInnen nicht nur den Repressionen der Polizei aus, sondern auch den Angriffen von angeheuerten Helfershelfern der Unternehmen.

Was geschieht in St. Petersburg, wer kämpft hier gegen was und warum? Wie lassen sich die Probleme in einem weltweiten Kontext erklären, welche Mechanismen betreffen auch uns in Westeuropa? Wie sind die lokalen Kämpfe bereits miteinander verknüpft (z.B. im Netz von reclaiming spaces)? Gerade unter dem Vorzeichen einer weltweiten Krise verschärfen sich die Bedingungen für alle Kämpfe um „das Recht auf die Stadt“, für Obdachlosen- und MigrantInneninitiativen, Stadtteilgruppen, die Genossenschaftsbewegung oder Sozialer Zentren. Die Analyse von weltweit wirksamen Mechanismen soll Ansätze für eine neue Weltordnung zeigen, die unsere lokalen Kämpfe gegen die neoliberale Weltordnung zu verbinden vermag.